Philosophie & Methodik

Meine Arbeit ist von unterschiedlichen Einflüssen geprägt. In Bezug auf meine Arbeit mit SchauspielerInnen werde ich sehr von meinen Erfahrungen in Los Angeles und meinem Lehrer dort, Tom Todoroff, geprägt. Meine jahrelange Erfahrung im Bereich Tanz, Bewegung und Körperarbeit formt den Mittelpunkt meiner Arbeit, denn nur über das physische Erleben kann menschliche Emotion, Einstellung ('Attitude') und Interaktion verstanden werden. Wie soll Ver-Körperung verstanden und umgesetzt werden wenn ich den Körper außer Acht lasse?

In meiner Arbeit nutze ich unterschiedliche Methoden. Je nachdem was für die jeweilige Persönlichkeit gerade am meisten von Nutzen ist. Unter anderem arbeite ich mit Techniken von Grotowski, Meisner, Strasberg und Laban so wie Elementen der authentischen Bewegung.

Wichtig ist für mich auch die Verbindung:
Atem – Stimme – Emotion

In meiner (Lebens-)Philosophie trenne ich Privates und Berufliches nicht wirklich, da mein persönliches Interesse am 'Mensch-Sein' und die Interessen des Schauspielers/des Künstlers für mich eins sind. Als Dozentin sehe ich mich daher nicht als Autorität, sondern eher als Guide. Ich vermittle definitive (!) Wissensstrukturen (Techniken), in der sich jeder/jede Einzelne seinen/ihren Raum schafft und so ganz authentisch und ganz bei sich selbst bleibt.
Das ist das Ziel!
 

Das Meer

„Dunkler Raum … die Blase der Zeit öffnet sich und für einen Moment ist alles möglich. Der Geschmack meines Lebens und Seins brennt auf meiner Zunge. Für einen Moment bin ich alles, jeder, überall und doch bin ich ganz allein – in aller Öffentlichkeit. Ganz konzentriert. Die Luft ist ganz dick und so gespannt mit Euren Augenblicken. Ganz hier.

Implodiert, explodiert. Meine Kinesphäre breitet sich wie eine feurige Flutwelle aus und füllt den gesamten Zeit/Raum. Ich bin so durstig und werde immer durstiger wenn ich die Erfahrung werde. Ich brenne, falle, stehe. Der Widerstand des Geistes, der Dualitäten, besiegt. – Frei. Endlich.”

Alle Texte © Katrin Kelly. Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie Auszüge der Texte verwenden wollen.

     
Der Lernprozess ist eine Kollaboration. Ich gebe Wissen weiter, aber es liegt an dem Menschen, wie er/sie es aufnimmt, ob es auf fruchtbaren Boden fällt. Das Wissen muss in jedem Einzelnen lebendig werden damit Transformation stattfinden kann – ansonsten bleibt es, zumindest auf der darstellerischen Ebene – an der Oberfläche. Konsequenz: die DarstellerInnen fühlen sich oft ihrer selbst zu bewußt bzw. sind zu sehr 'am Wort' verhaftet ohne diese 'zu füllen'.

Dann passiert kommunikativ auf der körperlichen Ebene sehr wenig oder gar nichts. Leere Worte hallen in den Raum, die unerfahren und ungehört bleiben, denn Worte sind nur eine Referenz einer Erfahrung, der Wirklichkeit, und nicht die Erfahrung oder die Wirklichkeit selbst. Die DarstellerInnen fühlen sich unwohl und unzufrieden. Hölzern. Gut 80% unserer Kommunikation, unserer Vermittlung von "wer – wir – sind" wird über unsere Körpersprache vermittelt.

Es geht darum vom 'Denken' ins 'Erfahren' zu kommen. "Experiencing instead of having an Experience".
Sonst bleibt das Spiel maskenhaft und eindimensional.

 

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